Tasting NotesEin verregneter Sonntag Nachmittag, kurz nach Einbruch der Dämmerung leicht durchnässt heimgekommen, die ideale Stimmung um den zur Feier des neuen Jahres geöffneten
1965er Auchentoshan ausgiebiger zu probieren.
Erster Eindruck, Optik: ein dunkles Gold (old gold), überraschend hell für 31 Jahre in einem Eichenfass. Beim Schwenken im Glas bleiben leicht ölige Spuren, aber sehr sauber.
Zweiter Eindruck, Aroma: ich nehm die erste Nase und denke "Hmm, Mandarinen. Verdammt, erstmal Hände waschen." Aber dann; trotz der 53% duftet es schon sehr fein nach Leder und Orangen, kaum betäubende Wirkung durch die Stärke.
Nach leichter Verdünnung macht er nochmal auf, ein sehr voluminöser Duft. Ich bräuchte Whisky ohnehin nur zur Aromatherapie und nicht zum trinken. Er riecht jetzt ein wenig holziger und auch die von Michael Jackson erwähnten Leinsamen bilde ich mir ein, was aber eben daran liegen kann, dass ich vorher davon gelesen hatte.
Dritter Eindruck, Geschmack: der
Auchentoshan rollt sehr weich über die Zunge, kaum ölig und angenehm mild. Ich sitze auf einem Segelschiff in der Karibik, durch den Kopf gehen mir Kokos, Orangen, Schokolade - auch die Mandarinen sind wieder dabei. Er bläst sich im Mund auf, wird voller, und zum Abgang hin zeigt er seine Reife, aber auch hier sehr gefällig, kein bisschen aggressiv und mit langem Nachklang. Es bleibt ein Nachgeschmack wie nach einem Schoko-Müsli, nur etwas schärfer. Dürfte auch mit
guter Schokolade zusammen sehr lecker sein, das probiere ich beim nächsten Mal.
[Nachtrag: mein
Lieblingsshop hat noch ein
paar Flaschen davon.]