Kommentare bisher:
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Sieh es mal so.
Nur weil Deutschland's Wirtschaft oder Deutschland als ganzes so stark ist, so unverwüstbar exportiert, so sehr als Standort gefragt ist, mußten in diesem Land bisher keine Reformen durchgeführt werden.
Selbst ohne Hartz oder Taunus IV würde es weiter gehen.
Wir sind nicht zu spät dran.
Wir haben die Luft. Wir nsind nicht Holland oder Dänemark oder Schweden. Die haben die Wirtschaftskraft des halben Württembergs.
Wir müssen nicht solche Reformen durchführen wie England.
Weil wir nie so abgefuckt am Boden lagen oder liegen werden wie die Inselbewohner.
Daraus folgt: Reformbedarf ist und bleibt beschränkt.
Die Propaganda der besitzenden Klasse müßte nur mal aufhören.
ralf [
www] 23.09.2004 15:16 CET
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Nur weil Deutschland's Wirtschaft [..] so stark ist [..] mußten in diesem Land bisher keine Reformen durchgeführt werden.
Selbst ohne Hartz oder Taunus IV würde es weiter gehen
Und genau das glaube ich nicht. Ich will jetzt keine Doktorarbeit darüber schreiben, aber in aller Kürze:
- Wenn ich mir die großen Deutschen Konzerne ansehe, und ich kenne einige wie Siemens, Daimler, Telekom auch von innen, dann wundert es mich, dass die Wirtschaft überhaupt noch funktioniert.
- Dass das soziale Netz mit der Idee des Generationenvertrags nicht mehr funktioniert ist keine These mehr, sondern Fakt.
- Die Wiedervereinigung ist bisher weder bezahlt noch gesellschaftlich verdaut. Eine Belastung die man nicht in Geldbetraegen ausdrücken kann.
Ergo: Reformbedarf war schon vor 15 Jahren da, man hats nur immer wieder verschoben bzw. mit Kompromissen verschlimmbessert.
Das mit der »Propaganda der besitzenden Klasse« müsstest Du bitte erklären.
Andreas (dekaf) [
www] [
e-mail] 23.09.2004 15:27 CET
[3]
Propaganda-Beispiel:
Subventionen: Bedeutung früher: Öffentliches Geld für ganzes Wirtschaftszweige etc. Bauern, Steinkohle, Butterberg
Daher der Ruf nach Subventionsabbau.
Subventionen heute: Pendlerpauschale, Eigenheimzulage, alle politisch so gewollten (Eigentumsquote erhöhen? Mobilität zum Arbeitsplatz unterstützen?) kleinen Unterstützungsgelder an Privathaushalte.
Nur über die Subventionen wird noch geredet.
Oder die ständig geschürte Angst um Wettbewerb, Standort Deutschland, Arbeitgeberpräsi Hundt (Wuff).
Bzgl. Deutsche Konzerne:
Man könnte auch bei Untited Airlines, Air France, Renault, Telefonica, Phillips, Sony reinscheuen. Was wäre da besser oder anders?
Generationenvertrag: Ja, gekauft.
Unsere Eltern: Einzahlen, rauskriegen.
Wir: Einzahlen, nichts rauskriegen
Unsere Kinder: Nichts einzahlen, nichts rauskriegen
ralf [
www] 24.09.2004 11:20 CET
[4]
Über Herrn Miegel:
"Ein klareres Bild vom Charakter des Bürgerkonvents bekommt, wer sich die Aktivitäten seines Sprechers Meinhard Miegel ansieht. Zwar kann man eine Biographie Miegels auf der Website des Bürgerkonvents lesen, aber sie lässt einige Tatsachen aus. Miegel war ein ideologischer Berater des CDU-Politikers Kurt Biedenkopf und ist der Vorsitzende des Instituts Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn, das von Biedenkopf mitbegründet wurde. Miegel kommt mit allen zurecht und spricht mit jedem. So referierte er auf Parteitagen der SPD und diskutierte mit den Gewerkschaften, fiel aber auch als Autor von rechtsrextremen Organen, wie etwa der Jungen Freiheit und Criticón, auf. Das Ostpreußenblatt, das Sprachrohr der rechtslastigen Landsmannschaft Ostpreußen, schätzt seine Besorgnis über die niedrige Geburtenrate in Deutschland. Was Miegel zum Thema Zuwanderung zu sagen hat, wird auf rechtsextremen Websites empfohlen. Im Jahr 1990 sagte er, das richtige Wort für den Begriff Holocaust sei »Rowdytum« eines »Halbstarken«, »der zu Beginn des Jahrhunderts seine Nachbarn terrorisierte«, der aber mittlerweile »ein tüchtiger, wohlhabender und zugleich gesetzter Mensch« geworden sei."
Quelle:
http://www.jungle-world.com/seiten/2003/22/1000.php
Das Gerede von Nolte ist der gleiche Kack in anderm Frack:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/lesezeit/69328/
Marcus Hammerschmitt [
e-mail] 24.09.2004 23:21 CET
[5]
Die braunen Flecken auf Miegels Hemd waren mir bekannt, waren ärgerlich genug um ihn evtl. nicht zu erwähnen. Andererseits sind die Argumente die er im angesprochenen SZ Artikel anführt undogmatisch und nachvollziehbar. Seine Positionen zur Sozialpolitik liegen auch durchaus näher an der SPD als an rechten Positionen.
Aus Deinem Link zu Nolte:
»Paul Noltes Analyse der Schwachstellen heutiger Zustände ist zu intelligent, um in dumpfen Konservatismus zu verfallen« - eben.
Andreas (dekaf) [
www] [
e-mail] 25.09.2004 08:34 CET
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