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A mind is like a parachute. It doesnt work if it not open. - F.Zappa

Posting 1962 - 02.11.2004
From Bach to Brubeck
Letzten Donnerstag in der Philharmonie »From Bach to Brubeck« mit dem Dave Brubeck Quartet, Anthony & Joseph Paratore, sowie dem Bach Collegium München - ein unglaubliches Konzert!
Der Abend begann noch etwas unterkühlt mit einem Konzert für zwei Klaviere und Orchester von J.S.Bach (BWV 1060), wurde aber schon im Anschluß besser, als man bei »Points of Jazz« mit Staunen beobachten konnte wie die Brüder Paratore sich scheinbar blind verstehen.
Nach der Pause betrat dann Dave Brubeck selbst die Bühne und es gab es kein Halten mehr. Anfang Dezember feiert er seinen 84. Geburtstag, aber am Klavier spielt er mit seinem Quartet, als sei er 40 Jahre jünger. Es folgten eine Reihe von Klassikern »Unsquare Dance«, »Lullaby«, »Blue Rondo a la Turk« und natürlich »Take Five«, die durch die Verstärkung des Kammerorchesters wunderbar energetisch daher kamen. Dave selbst schien einen Mordsspaß zu haben, zwinkerte den Cellisten fröhlich zu, lachte laut über ein Missgeschick des Dirigenten, verteilte die Soli unter seinen Mitstreitern Robert Militello (Saxophon, Querflöte), Randy Jones (Schlagzeug) und Michael Moore (Kontrabass) und freute sich wie ein Kind, als am gegenüberliegenden Flügel noch einmal die Paratores vierhändig spielten. Als der Abend viel zu früh mit einem unerwarteten »Guten Abend, Gute Nacht« unter Teilnahme des Publikums zu Ende ging, hatte ich tatsächlich Tränen der Rührung in den Augen – Dave Brubeck ist nicht nur eine lebende Jazz Legende, sondern auch ein wahnsinnig sympathischer älterer Herr.
Kommentare bisher:

[1]
"I hear you're mad about Brubeck": eine Zeile in Donald Fagens "New Frontier", 1982, meine musikalische Sozialisation hatte erst begonnen, ich kannte nichts und nahm jede Spur auf, erst recht diesen Hinweis von dem gerade erst von mir entdeckten Donald Fagen, und ging los in den Plattenladen, 3. Etage, Jazzabteilung, es lief leiser Cool Jazz im Hintergrund und ein paar bärtige Männer kramten in den Platten herum, und ich ging alles von Brubeck durch und überlegte lange, kaufte mir dann, für bestimmt 22 Mark, "Time Out", weil sie so ein schönes Exportcover hatte, superfeste Pappe, in die man die Platte kaum hineinbekam, und dabei verwurschtelte sich immer das mülltütenartige Inlay. Langer High-Fidelity-Sentimentalitäten-Vorrede kurzer Sinn: Die Musik war natürlich eine Offenbarung, ich würde auch noch mal gerne ein Konzert von ihm erleben. ("Noch erleben", ja, man ist da eigenartig berechnend.)

[2]
Das klingt nun wirklich saugut und mehr als hörenswert. Schade, dass er hier in der (erreichbaren) Umgebung kein Konzert gibt. Brubeck ist und bleibt eine große Inspirationsquelle für mich. Die Liebe geht sogar soweit, dass ich mir tatsächlich "Take Five" als Klingelton fürs Handy heruntergeladen habe. Vielen Dank für die feinen Worte und den Bericht. Es klingt fast in meinen Ohren ...

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