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Nothing but the best for my dog. - F.Zappa

Posting 2048 - 23.02.2005
Von den Schwierigkeiten in einem fremden Land
Eine Gegenposition zu diesem sehr schönen Beitrag, Zitat: »Nennen Sie die drei groessten Huerden, die einem begegnen, wenn man in ein anderes Land umzieht. Simpel: Sprache, Sprache und Sprache«

Natürlich ist Sprache eine Hürde, meist die erste die man nach seiner Ankunft in einem fremden Land nehmen muss, wobei die Höhe durchaus variiert. Als ich nach Nordkalifornien gezogen bin hatte ich mein Schulenglisch bereits gegen eine Mischung aus Simpsons-, Seinfeld- und Usenet-Phrasen getauscht. Damit kommt man in einer Gegend, in der die Bevölkerung mehrheitlich Spanisch oder einen asiatischen Dialekt als Muttersprache hat wunderbar durch. Die Hemmung etwas falsches zu sagen verschwindet schlicht angesichts der Tatsache, dass 40%-60% schlechter Englisch sprechen als du. Der gelegentliche Fettnapf wird natürlich nicht ausgelassen, das passiert mir aber auch im Deutschen und im Grunde hatte ich kein einziges ernsthaftes Problem aufgrund der Sprache. Selbst das romantische Dinner übersteht man, wenn einem das Gegenüber ernsthaft bescheinigt »how cute your accent is«. Im Supermarkt, beim Zahnarzt, im Streit mit dem Hausmeister oder im Arbeitsleben – wenn man nicht völlig sprachlich unbegabt ist, kommt man wunderbar zurecht.

Das größte Hindernis nach meiner Ankunft in Santa Clara war die Bürokratie: man braucht einen Job, eine Wohnung, ein Bankkonto, eine Social Security Number (SSN) und ein Auto um in Kalifornien leben zu können. Was ich hatte war die Zusage für einen Job, die benötigte Adresse, SSN und Kontonummer konnte ich nachliefern.
Aber. Um den Gehaltsscheck einzulösen benötigt man ein Bankkonto. Um ein Bankkonto zu eröffnen, braucht man eine Adresse und eine SSN. Um eine Wohnung zu mieten braucht man eine SSN und einen Cashier's Check (Banktratte), den man nur mit einem Bankkonto erhält. Um eine SSN zu erhalten braucht man Geduld, die richtigen Formulare und – richtig – eine Anschrift. Und um zwischen all diesen Stellen hin und her zu fahren braucht man einen Wagen, den man aber nur kaufen/leasen kann, wenn man ein Bankkonto, eine SSN und eine Anschrift hat. Ein wahrer Catch-22. Irgendwie hab ich es mit ein paar Tricksereien doch geschafft diesen Knoten aufzulösen, aber eins ist sicher: Sprache war dabei die geringste Sorge.
Kommentare bisher:

[1]
Point taken. Es gibt in England ganz aehnliche Probleme mit Wohnsitz und vor allem dem Bankkonto. Ich glaube, es hat bei mir vor allem etwas damit zu tun, dass ich Sprache einfach gern benutzte. Und die Muttersprache ist da (logisch), waehrend die "Fremdsprache" Zeit braucht. Und das kann frustrieren. Ich bin ausserdem jemand, der sich um buerokratische Huerden keine Sorgen macht. Das ist fuer mich eher eine Herausforderung als ein Hindernis. Aber wie gesagt, ich verstehe sehr gut, was Du meinst.

[2]
umgekehrt hast Du natürlich auch recht, speziell in London habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich durch ungeschickten Sprachgebrauch sehr schnell in Ecken gedrängt wurde, in denen ich mich nicht gesehen hatte.
As usual, I guess it depends... :-)

[3]
so ganz stimmt das nicht.

eine SSN braucht man nicht unbedingt, um eine wohnung mieten zu koennen. die ganzen F1 studies bekommen seit ein paar jahren keine mehr und leben mitunter recht komfortabel. auch ein bankkonto kann man ohne SSN eroeffnen, dazu braucht es lediglich einen fuehrerschein. man bekommt ohne credit history allerdings keine kreditkarten und keine fahrzeugkredite. und keine anrufe der diversen collection agencies, kommt man mal in verzug. die koennen mit menschen ohne SSN naemlich rein gar nichts anfangen.

[4]
@7/4 1999 hätte ich in Santa Clara ohne SSN kaum eine Chance gehabt irgendwo erträglich unterzukommen. Ein paar der potentiellen Landlords waren schon schlecht auf Ausländer zu sprechen und Facilities wie PG&E, Cable etc. verlangen _immer_ eine SSN, auch wenn die Benutzung der SSN als ID nach Gesetz nicht zulässig ist.

[5]
moment, wenn du eine neue ssn bekommen hast, hattest du doch keine credit history und waerest durch einen check dementsprechend nicht gekommen. wo liegt da der vorteil?

die utilities wollten mir das anfangs auch erzaehlen. als ich ihnen dann gesteckt habe, dass ich keine haette, haben sie mir gesagt, ich muesse zweihundert dollar kaution hinterlegen, um wasser geliefert zu bekommen. pacsmell hat aehnliches gesagt. was landlords angeht, da gibt es pissige, die ohne ssn nichts machen wollen, aber das ist nicht das einzige problem. ich habe gerade einen getroffen, der nachgewiesen haben wollte, dass ich das 40-45fache der monatsmiete verdiene.

[6]
fuer die credit history wars egal, das stimmt. haben wollte die SSN trotzdem jeder. es war auch schon so ein ziemlicher act bei null ein neues leben anzufangen, da hatte ich nicht auch noch die energie um mich mit all diesen menschen anzulegen.

mangels credit history (und noetigem kleingeld) konnte ich als neu angesiedelter resident alien auch nur einen wagen leasen, und selbst das nur mit nachweis einer wohnung und eines jobs.
landlords sind wohl mehrheitlich bottom feeders und da hilft neben den richtigen papieren eben nur eine portion selbstsicherheit, glueck und geld.

[7]
einen wagen zu leasen habe ich ohne ssn und credit history nicht hinbekommen, mir blieb nur, fuenf grosse fuer was abgewracktes auf den tisch zu legen, ein paar jahre spaeter ist mir dann eine kleine frau in einem riesigen f150 in die seite gekachelt, da hatte ich zum glueck inzwischen eine ssn. was landlords angeht, hatte ich nie probleme. meist habe ich mit managern verhandelt, denen war das so oder so egal.

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