Klonen statt zeugenEinem link von
Irene folgend hab ich den Artikel mit obigem Namen im
Profil gelesen. Frau Hammerl beleuchtet das Thema gleichmäßig von allen Seiten, hat aber keinen richtigen Punkt. Falls ihre Kernaussage sein sollte, im Angesicht der zukünftigen Möglichkeit Menschen zu klonen und der damit verbundenen Ängste »zeige sich im gesellschaftlichen Zusammenleben [.] die neue Dominanz des Erbgutdenkens in einem penetranten neuen Familiensinn. Blutsbande sind angesagt.«, dann ist das ein bisserl dünn. Diese Schlußfolgerungen haben sich schon Science Fiction Autoren in den 50ern zusammengereimt und jeder von uns der sich über die Vorstellung Menschen zu klonen Gedanken gemacht hat, kommt zu einem ähnlichen Schluß. Außerdem sind die soziologischen Auswirkungen ja wohl das geringste was wir zu befürchten haben.
Ich hab aber auch noch ein paar andere inhaltliche Probleme mit diesem Beitrag: »Von Anfang an bediente die Biotechnologie ein konservativ-reaktionäres Weltbild, das die physische Fortpflanzung, das Hinterlassen genetischer Spuren, über die Möglichkeit stellt, sich durch bemerkenswerte Ideen oder humane Taten ein Stückchen Unsterblichkeit zu sichern.« Hmm. Von Anfang an also. Wird dabei nicht vergessen daß die Biotechnologie seit ihren Anfängen bis einschließlich der näheren Zukunft in erster Linie versucht Pflanzen zu optimieren? Physische Fortpflanzung, Hinterlassen genetischer Spuren ebenso wie humane Taten sind bei Pflanzen keinerlei Thema. Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Biotechnologie gibts kein konservativ-reaktionäres Weltbild.
Und: »In jener kurzen hoffnungsvollen Zeit, als man davon ausging, dass der Mensch nicht durch seine Gene (vorher)bestimmt sei - beeinflusst: ja, disponiert: ja, determiniert: nein -, sondern durch sein soziales Umfeld, kursierte der schöne Spruch von den Freundschaften, die man sich aussuchen könne im angenehmen Gegensatz zur Verwandtschaft.« Hier wird vermischt und vereinfacht was das Zeug hält: "beeinflusst: ja, disponiert: ja, determiniert: nein" gilt auch heute noch wie selbst jeder Klonspezialist bestätigen wird. Man könnte vielleicht blaue Augen oder blonde Haare vorherbestimmen, Erbkrankheiten ausschließen, aber die Psyche hat man noch nicht genetisch abbilden können.