perfect afternoon

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Reisserische Geschichten aus der Nachbarschaft, direkt von der Quelle
aus dem Polizeibericht München
Ein spektakulärer Unfall mit relativ glimpflichem Ausgang ereignete sich am heutigen Mittwoch, 07.05.2008, gegen 11.40 Uhr. Ein Münchner mittleren Alters fuhr mit seinem Jeep Cherokee die Humboldstraße entlang Richtung Isar. Am Schyrenplatz, noch vor der Wittelsbacher Brücke kam er aus bislang nicht geklärten Gründen nach links von seiner Fahrspur ab. Er überquerte zunächst den Fahrsteifen des Gegenverkehrs, fuhr dann über den Gehweg und eine kurze Grasfläche und stürzte daraufhin ca. 5m die gemauerte Böschung zur Isar hinunter. Auch ein Stromverteilerkasten und der Metallzaun konnte dies nicht verhindern. Das Auto landete mit der Motorhaube voraus und blieb dann auf dem Dach liegen.
Bei der Rettung durch den Notarzt war der Unfallfahrer noch ansprechbar. Er wird in einem Krankenhaus ärztlich versorgt. An seinem Jeep entstand Totalschaden.
Glücklicherweise wurden keine Passanten bzw. Spaziergänger an der Isar verletzt.
Der Verkehr war nicht beeinträchtigt. Zahlreiche Schaulustige sahen von der Brücke aus auf die Unfallstelle herab.
Die Ermittlungen der Verkehrspolizei dauern noch an.
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Es kommt nichts besseres nach
Nebenan die Generation Praktikum. Sie betreut zwei Regiesseure administrativ, er sitzt bei einer Musikzeitschrift in der Ecke, kopiert und kocht Kaffee. Darf sich ein paar CDs im Monat bestellen und auf Konzerte gehen, aber Mama und Papa zahlen die Miete und Kühlschrankinhalt. Er zündet sich eine Zigarette an.
- Du rauchst jetzt so richtig?
- Naja, nicht so richtig, aber drei oder vier am Abend. Ich finds aber gut, dass wir seit Januar das Rauchverbot haben.
Don't believe the hype
Sämtliche Musikzeitschriften und Radiosender (na gut, zumindest die, die sich etwas alternativer und am Puls der Zeit geben) loben MGMT über den grünen Klee. Platte des Jahres, Neuentdeckung überhaupt, das Beste seit der Erfindung der Glühbirne. Fast wär ich auch darauf reingefallen, aber nach ein paar Nachmittagen durchgehender Beschallung bleibt nur wenig übrig–»Time To Pretend« ist ein netter Song, der gut ins Ohr geht und damit echtes Single-Potential hat, der Rest der CD ist einfach nur langweilig, more of the same. Ja mei, sie brauchen halt alle paar Monate eine neue Sau für die Dorfstraße.
Fragen an der Theke
Ob der Typ da drüben weiß, dass er aussieht wie Johannes B.Kerner? Ob er darunter leidet? Oder am Ende gar davon profitiert, langweilige, konservative, verklemmte Tanten und ältere Damen abzuschleppen?
Dialog des Alltags
Neulich Abends, im leichten Nieselregen stehen 2 Männer in Anzügen vor einer Kneipe, die Schultern hochgezogen, Zigarette mittels einer Zeitung vor Nässe schützend. Ein älterer Münchner kommt vorbei:
- Seid ihr Zeugen Jehovas? (im Original: "seids es")
- Nein, Raucher.
Eine Frage der Zuständigkeit
Schon klar: Dafur geht uns nichts an, um den Irak kümmern sich die USA, der Außenminister beschäftigt sich mit Afghanistan, die Kanzlerin mit Russland und Frankreich, und Tibet ist Sache des NOK.
Jeder so, wie er qualifiziert ist.
why oh why
Er sitzt im Maßanzug vor dem Café in der Sonne, vor sich ein Mobiltelefon und ein Blackberry, ein Buch »The new strategic brand management« und noch einen Business-Schinken. Für ihn wurde der Business-Lunch erfunden, der Inbegriff der geistigen Armut, der fleischgewordene Slogan vom »Return of on Investment«. Was für einen ROI bekommt wohl die Menschheit von ihm?
Things that make you go "hmmmm"
10 Jahre nach dem besten Date meines Lebens (das ohne weitere Folgen, aber nicht ohne Bedeutung blieb) sieht mein bester Freund die Frau von damals–mit Kind im Arm aber angeblich immer noch so hübsch wie immer. Und wie durch Zufall endet mein Tag am Ort jenes Dates. Ja, das Lokal von damals gibt es noch, etwas renoviert und inzwischen auch mit WLAN ausgestattet und so entsteht dieser Eintrag eine Dekade und 3 Meter vom Ort dieser denkwürdigen Begegnung entfernt.
the times, they are a-changing
Interessante Informationen von Wikipedia
Miranda Veracruz de la Hoya Cardinal (Teresa Parente) – Latina local news reporter originally from "a country named after the equator" who is typically assigned to cover the pathetic news stories in which the Bundys inevitably involve themselves. She often laments the sad state of her career on-air. While she only appears in a handful of episodes throughout the series, the character seems to be quite popular with fans.
Ein ehrlicher CSU Politiker
aus der SZ vom 7.3.2008:
Hans-Jürgen Binner ist Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Ingolstadt-West. [..] Er spricht das offen aus, was viele CSU-Abgeordnete im Landtag sonst nur anonym sagen wollen: "Die Verluste bei der Wahl liegen zu einem beträchtlichen Teil an Beckstein und Huber. Wer das jetzt am Rauchverbot festmachen will, der verarscht die Wähler."
Selten hat ein CSU Politiker so offen die Wahrheit ausgesprochen und sich damit meinen Respekt. Ich befürchte ein Partei-Ausschlussverfahren…
Sprachverschmutzung
Liebe Zeitungsschreiber und auch Fernsehsprecher, wenn die Kampagne eines Präsidentschaftskandidaten in den USA »Momentum« hat, dann sollte man das auch mit den Worten »Schwung«, »Eigendynamik« oder »Impuls« übersetzen. Nicht jede Wortübernahme bringt Coolness.
(und wenn in der aktuellen Spex ein Mitglied der B-52s eine Frisur »sportet« dann... ach mei, die Spex halte, wird auch nix mehr)
internes memo
Fragen zu schwierigen und nervigen Kunden beantwortet ab sofort nur noch unser Security Supervisor Alwin Thieme.
10 degrees of separation
S. war fremdgesteuert von ihrer Mutter und wir waren zu jung.
S. war traumatisiert vom Tod ihrer Mutter.
V. war gestört von ihrem Exfreund.
C. war die einzige, für die es sich gelohnt hätte zu kämpfen, aber ich hatte nie eine Chance.
H. war von ihren Eltern entfremdet und wirr.
E. habe ich leider nie geliebt.
A. war so gestört, dass ein Buch nicht reichen würde alles zu beschreiben.
N. hat den Tod ihres Vaters nie verwunden.
T. war von ihrem Vater entfremdet und auch sonst nicht normal.
C. war durch die Trennung ihrer Eltern sozial gestört und nicht beziehungsfähig.
Und A.? A. war zu lange allein und zu misanthrop um eine erfolgreiche Beziehung zu führen.
Position und Perspektive sind immer relativ
Drei mal mußte ich den Satz lesen um ihn inhaltlich korrekt zu erfassen: »Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat [..] davor gewarnt, in der Debatte über die Integration zu viel Furcht vor den Muslimen zu schüren.«
Ausgerechnet der Bundes-Stasi-Scharfmacher und Wellenreiter der Culture of Fear warnt vor dem Schüren von Furcht? Das liegt daran, dass er im Vergleich zu seinem Gesprächspartner Ralph Giordano als Mann der Mitte wirkt. Und die heutige heutige FAS reserviert eine ganze Seite für diesen Schwurbel das Gespräch zwischen Ralph Giordano und Wolfgang Schäuble.
Frühlingssonne?
Ende, Schluss, aus. Ich habe verloren, ich strecke die Waffen, ich gestehe die Niederlage ein, ich gebe auf, der Staub in meiner Wohnung der sich von der Heizung verteilt in der Februar-Sonne kräuselt ist mir einfach über.
speaking in italics
»Ach Du hast jetzt auch so einen Blog? Was schreibst Du denn in den?«
»Ja, ich habe jetzt auch so einen Blog. Früher schrieb ich in es hinein, heute lass ich ihn selber posten.«
es wird nicht einfacher
Eigentlich mag ich gerne mal ein paar Wiener (vulgo: Frankfurter), so zum Abendessen mit ordentlich Estragon-Senf oder gar frischem Kren. Aber die Vorstellung Würstchen im Kühlschrank liegen zu haben ist einfach nur deprimierend.
Warum solls einem Fußballer besser gehen als mir...
»Im modernen Fußballdeutsch nennt man verlässliche Allrounder polyvalent oder mehrfachbegabt. Vielseitigkeit kann jedoch ein schmaler Grat sein zwischen Allzweckwaffe Lückenbüßer«.
Nachtrag: Zusammenfassung Whisky Dinner letzte Woche
Auchentoshan 10 y.o. - etwas leicht, aber ein feiner Start
Auchentoshan Three Wood 12 y.o. - cremig, langer Abgang, aber sehr mild
- Terrine vom Fasan mit Aspik und Waldorfsalat
Glen Garioch 8 y.o. - fruchtig und weich, macht erst mit etwas Wasser auf.
- Consommé double mit altem Sherry, Gemüse und Perlgraupen
Bowmore 12 y.o. - sieht besser aus, als er schmeckt. etwas zu schmal und wenig Abgang, dazu untypisch für einen Islay.
- Suprême vom Perlhuhn auf Trüffelsahne mit Zuckerschoten-Wildreis
Bowmore darkest 15 y.o. - Sherry finish, etwas Kaffee Aroma, aber auch hier sehr wenig Torf.
- Gateaux aux Chocolat mit Whiskylikörschaum
Bowmore 16 y.o. - Fassstärke aus dem Port Fass. Fast rosé und letztlich zu süß.
Interessantester Whisky des Abends war ein frischer Bowmore, direkt aus der Destillerie, komplett klar und mit 68% ziemlich kräftig, der auch ohne Fassreife schon ganz erstaunliche Aromen mitbringt, viel Torf und Phenol, erinnert fast an einen Caol Ila.
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