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Immer wieder unterhaltsam bis erschreckend sind die Aktionen meines Arbeitskollegen C, der u.a. dafür bekannt ist, dass er jeden Tag seinen kompletten PC abbaut und mit nach Hause nimmt, nur um ihn am nächsten Morgen wieder zurückzuschleppen. Auf die Frage nach dem Warum gibt es bisher keine befriedigende Antwort und auf meinen Hinweis auf mein kleines 20 GByte Schätzchen in Zigarettenschachtelgröße erhalte ich nur abschätzige Blicke - ist ja zu teuer...

Der neueste Streich jedoch war die ultraspontane Anschaffung einer Webcam, nur $19, darf ja nix kosten. Da muß doch was dahinterstecken, dachte ich mir und neugierig warum plötzlich Gelder für solchen Luxus verschleudert werden habe ich mir dann den folgenden Sachverhalt erklären lassen: ein Stück Software des Kollegen C wurde von einer Firma aus China lizensiert. Die wiederum wollen das Ding auf Mandarin anpassen, hatten aber schon bei den ersten Tests unter Windows NT Chinesische Ausgabe erhebliche Probleme. Logisch, dass man sich an den Entwickler wendet, der dann beschließt, erstmal einen Testrechner mit eben dieser chinesischen Version von WinNT zu installieren - wohlgemerkt, ohne dass er auch nur ein Wort Chinesisch spricht, schreibt oder liest... Als ob das nicht schon sinnlos genug wäre (das Wort »sinnlos« läßt in der deutschen Sprache eigentlich keine Steigerung zu, aber hier wäre ein neuer Superlativ angebracht), kam er dann auf die Idee sich von einem Mitarbeiter oben genannter Firma helfen zu lassen und da der wiederum zwar in Kalifornien, aber nicht vor Ort ist, kam man auf die Idee mit der Webcam. Jetzt werden also Bildschirmfotos in der Auflösung 352 x 288 vom chinesischen Setup an den Helfer geschickt, der dann sagt welche Tasten man drücken soll, ein Prozess der sich über 6 Stunden hinzieht. NT ist inzwischen installiert, der eigentlichen Problematik ist man aber noch nicht näher gekommen, weil Kollege C jetzt nicht mal mehr die Fehlermeldungen seiner eigenen Software versteht...


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