San Francisco hatte sich in dicke Nebel gehüllt, angemessene Atmospäre für melancholische, düstere Musik im Fillmore, eine der legendärsten Konzertbühnen an der Westküste. Schwere rote Vorhänge in der Halle, die Wände im Eingangsbereich, im Restaurant und Treppenhaus zugehängt mit hunderten von klassischen Konzertpostern, dazu Kronleuchter und eine bunte Mischung aus allen Altersgruppen im Publikum.

Offensichtlich hatte man sich auf eine Co-Headliner Tour verabredet, jedenfalls begannen Opeth pünktlich um 9 Uhr und durften volle eineinhalb Stunden spielen. Mikael Åkerfeldt, der Kopf der Band, hatte sichtlich Spass und legte extreme Spielfreude an den Tag, obwohl die Songauswahl ausschliesslich aus den ruhigeren Songs des letzten Albums "Damnation" und ein paar älteren Perlen wie "To Bid You Farewell" von "Morningrise" bestand - die Death Metal Freunde kamen entgegen allen Hoffnungen nicht auf ihre Rechnung. Als Schmankerl eine würdige Version von Deep Purples "Soldier Of Fortune" und verzückte Gesichter rundum, die Musikalität dieser Band steht ausser Frage.

Richtig intensiv wurde es dann mit Porcupine Tree, genau wie Opeth im Grunde eine One Man Show. Steve Wilson, Sänger, Komponist und Meister an der Leadguitar, der nebenher auch die letzte Opeth Platte produziert hat, steckt sie alle in die Tasche. Ein kleiner hagerer Kerl mit einer grossen Stimme und viel Energie, der die Richtung von Anfang an vorgibt: fast alle Songs der letzten CD "In Absentia" (ohnehin ein Meilenstein des Progressive Rock), nach dem Opener gleich "Gravity Eyelids" und "Shesmovedon" und überhaupt scheinen Porcupine Tree nur grossartige Songs zu beherrschen. Interessant auch, dass Porcupine Tree, die früher durchaus sphärischer und psychedelischer spielten heute härter rüberkommen als Opeth, die ja aus dem Death Metal Bereich kommend immer melodiöser und düsterer wurden. Das Publikum ist restlos begeistert, wenn auch ruhiger als bei anderen Shows.
Fazit: eins der besseren Konzerte, obwohl ich den letzten Song "Trains" nur noch von der Garderobe aus hören konnte, aber das ist eine andere Geschichte..


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