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Marcus Hammerschmitt schreibt in der telepolis: Erstmals mehr als 2 Millionen Strafgefangene.
Interessant, kratzt aber nur an der Oberfläche des Problems, es gibt noch weitaus mehr Gründe für die hohe Zahl an Inhaftierten in den USA:
Zum einen hätten wir da in vielen Staaten, allen voran Kalifornien, das "three strikes" Gesetz, welches zur Folge hat das man für die dritte Straftat für Jahre in den Knast kommt, unabhängig von der Schwere der Tat. Also zweimal Betrunken am Steuer und ein Ladendiebstahl = 6 Jahre Gefängnis.
Dann hätten wir das immer härtere Durchgreifen bei weichen Drogen. Manche Strafrichter haben schon Leute wegen eines einzigen Joints in den Knast gesteckt.
Und letzteres öffnet noch ganz andere Möglichkeiten: in manchen Bundesstaaten ermöglicht der unterstellte Verdacht des Dealens von Drogen die komplette Pfändung aller Güter des jeweiligen Beschuldigten. Da wird schonmal eine ganze Ranch versteigert, nachdem man den Besitzer unter dubiosen Gründen eingesperrt hat, der Erlös kommt nämlich dem lokalen Sheriff-Büro zu gute, was die Motivation zur "Verbrechensaufklärung" geringfügig erhöht.

[Nachtrag] die Begründung für die erwähnten Pfändungsmöglichkeiten finden sich im Forfeiture Law (Google, FindLaw), dass Tür und Tor für jegliche Art von Missbrauch öffnet. Das Web bietet unzählige Beispielfälle, in denen konstruierte Straftaten benutzt wurden um Besitzer von Land und Gütern ins Gefängnis zu bringen und deren Besitz zu pfänden.
Noch ein anderer Beispielfall aus einem Artikel von Michael Simmons (u.a. LA Weekly):
in den Midwest States und im Süden sind die Gesetze so rigoros, dass man z.B. in Oklahoma für jeglichen Besitz von Drogen für ein Jahr in Haft landen kann. Ein Familienvater in Tulsa wurde zu 93 Jahren Gefängnis verurteilt - für den Besitz von 10 Marihuana Pflanzen und 50 Setzlingen, obwohl er nachweislich unter schwerer rheumatischer Arthritis leidet und genau dafür regelmässig was raucht. Das Urteil wurde nachträglich auf 20 Jahre verkürzt.


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