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Eine der häufigsten Fragen die man mir in Deutschland stellt lautet: »Sind die Amerikaner wirklich so oberflächlich?« Und inzwischen kann ich nur noch antworten: Die Deutschen sind mindestens genauso oberflächlich und dabei noch unhöflich. Allein in der Frage nach diesem Vorurteil steckt ja schon eine Antwort.
»Ja, aber Freundschaft zählt doch da nicht so viel wie bei uns«. Ach, ist das so? Nun, der Durchschnittsamerikaner ist deutlich mobiler und flexibler und zieht z.B. für eine neue Arbeitsstelle auch mal ans andere Ende des Landes, was es natürlich etwas erschwert, Freundschaften zu pflegen, aber gute Freunde überbrücken auch solche Distanzen. Ganz anders die ach so tiefgründigen Deutschen. Die sitzen ein ganzes Leben lang im selben Kaff und kennen trotzdem nicht ihre Nachbarn.
Es zähle mal jeder der über 30 Jahre alt ist seine wahren Freunde durch. Glückwunsch, sollten das mehr als 3 sein. Und wie oft sieht man diese Freunde? Und all die anderen "Bekannten"? Ist das nicht oberflächlich?
Meinetwegen, als Advocatus Diaboli: klar sind alle Amerikaner oberflächlich, lächeln dir ins Gesicht, laden dich zum Essen ein und meinen das nicht ernst. Die Deutschen dagegen: schauen dir nicht ins Gesicht und wenn sie es tun, dann lächeln sie dabei nur in Ausnahmefällen. Es bleibt dabei, Freunde finden, Freundschaften pflegen und erhalten ist auf der ganzen Welt nicht leicht – es ist noch schwerer, wenn man dabei so viele Vorurteile pflegt.


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