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(Nein, keine Hasstirade auf die Allgegenwart der Mobiltelefone, auch keine Schnurre im Stile eines Kishon, der sich augenzwinkert beklagt, dass sein Telefon ihn nicht mag, sondern die pure Verzweiflung des zum Homeoffice Verdammten.)
Grundsätzlich klingelt es zur Unzeit. Protokoll des heutigen Tages: 8:03 ich verlasse triefnass die Dusche, just zu diesem Zeitpunkt erfolgt der erste Kundenanruf. Ob er denn im Laufe des Vormittags mit einem Softwareupdate rechnen könne. Nicht wenn er mich um diese Uhrzeit anruft, ganz sicher nicht, schon aus purem Trotz. 3 weitere Anrufe während der nächsten 2 Stunden, einer davon privat und somit willkommen. Dann schließlich die Entscheidung eine Frühstückspause einzulegen. Ich gehe zum Bäcker hole mir 2 Brezen und alles bleibt ruhig. Die Espressomaschine glüht vor, Butter, Saft und Milch werden neben dem Teller plaziert, die SZ liegt lesebereit daneben und alles bleibt ruhig. Die Milch ist geschäumt, der Kaffee läuft und alles bleibt ruhig. Ich setze mich, nehme den ersten Schluck, den ersten Biss von der Breze, während ich den ersten Satz vom Streiflicht lese und exakt in diesem Moment, darauf kannn man locker 2:1 wetten, klingelt das Telefon. Fast immer.
Das selbe Bild gegen 14:00 Uhr, kaum nehme ich die Gabel zur Hand, meldet sich das Instrument des Kommunkationsterrors.
Ich weiß, ich muss ja einfach nicht antworten, aber das ist leichter gesagt als getan. Kreativere Lösungen sind gefragt. Ein Freund hatte die Idee, eine Woche lang nur Anrufe auf englisch entgegen zu nehmen, also der Anrufer wird gezwungen englisch zu reden. Das ist ausbaufähig; warum nicht mal Farsi oder Kisuaheli? Oder Aramäische Wochen bei der Andreas GmbH.
[Nachtrag Freitag: der Frühstücksanruf hat heute wieder geklappt, beim ersten Bissen.]


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